Quooker ist das angesagte Tool für Teeliebhaber. Wie setzt man ihn optimal ein, wenn man verschiedene Teesorten trinkt? Wie holt man noch mehr Geschmack aus den Blättern? Tee Sommelier Kiona Malinka nimmt uns mit auf eine Reise entlang der Teeplantagen im fernen Osten und lehrt uns Feinheiten aus der Kunst der Teezubereitung.

Manchmal ist sie monatelang weg von zu Hause. Sie kreuzt dann mit einem Jeep durch die Berge von Taiwan, Nepal oder Japan, immer auf der Suche nach abgelegenen Teeplantagen, die man über Google nie finden könnte.
Sie klopft dann bei fremden Leuten an. Manchmal muss ihr Dolmetscher verhandeln, ein anderes Mal muss sie bei einer Karaoke-Session mitmachen, bevor man sie zur Teeplantage vorlässt.

Wenn ihr das dann gelungen ist, verbringt sie meist ein paar Tage bei dem Bauern. Sie investiert viel Zeit, um den gesamten Prozess von Anbau, Pflücken, Trocknen, Aufbewahren, Kochen und Eingießen der jeweiligen Teesorten zu verstehen. Wenn sie die Möglichkeit hat, den Bauern morgens um 04:00 Uhr zu begleiten, um beim Wenden der Teeblätter auf den Plantagen zu helfen, krabbelt sie in der Nacht aus dem Bett. Sie tut alles dafür, um an neue und exklusive Teesorten für ihre eigene Teemarke, Crusio, zu kommen. Noch ein Beispiel ihrer Leidenschaft ist die kleine Yi Xing Teekanne, die von Kiona im Süden von China gefunden wurde. Sie ist aus einer speziellen Keramik hergestellt, die den Teegeschmack hält. Kiona beschloss dies zu nutzen und das Kännchen niemals zu spülen. Sie bereitet in dem Kännchen schon seit drei Jahren in einer bestimmten Reihenfolge verschiedene Teesorten zu, wodurch der Geschmack des Tees immer intensiver und individueller wird. Teeliebhaber haben Kiona schon große Beträge für die kleine Kanne geboten, aber sie denkt nicht daran, sie zu verkaufen.

Kiona Malinka ist Tee-Sommelier. Ihre Faszination wurde geweckt, als sie nach der Hotelfachschule ihren eigenen Laden gründete und niemand ihr alle Fragen zu Tee beantworten konnte. ‘Das fand ich sehr seltsam,’ erzählt sie. ‘Wie wenig man über das am meisten konsumierte Getränk weltweit weiß! Dann habe ich selbst mit der Suche angefangen.’

Und diese Suche dauert bis zum heutigen Tag an, denn: ‘Tee ist ein solch komplexes Produkt, dass es nach fünf Jahren für mich immer noch eine ganze Welt zu entdecken gibt. Wenn ich eine Kaffebohne rieche, weiß ich, was sie benötigt, um richtig zur Geltung zu kommen. Bei Tee habe ich das nicht, weil es so viele Sorten und Unterscheidungen gibt. Die jeweilige Arbeitsweise des Teebauern spielt eine große Rolle, auch der Boden, auf dem die Teepflanzen angebaut werden, und vor allem das Wetter. Eine trockene Jahreszeit zum Beispiel kann man aus dem Tee herausschmecken.’ Kiona verkauft ihren Tee an Gastronomiebetriebe in sechs Ländern Europas, mittlerweile auch an 25 Sterne-Restaurants. ‘Immer mehr Menschen verstehen, was ich tue.’ Kiona ist überraschend offen und teilt gerne ihre gewonnenen Erkenntnisse über Tee. Auf ihren Verpackungen des Crusio-Tees informiert sie die Konsumenten über die betreffende Teesorte. Tee Nr. 92 ist beispielsweise der so genannte ‘Dong Ding’, ein Oolong-Tee mit einem süßlichen Aroma von Pfirsich und Blüten. ‘Ein äußerst komplexer und vielschichtiger Tee. Sahniges, weiches Mundgefühl, Butterblume, süße, geröstete Mandeln und Pfirsichtöne.´

Auf der Verpackung wird angegeben, wie viel Gramm pro Tasse man verwenden und wie heiß das Wasser sein muss, mit dem der Tee aufgebrüht wird, und wie lange er ziehen muss. Einfacher geht es nicht. ‘Mit Crusio möchten wir inspirieren, nicht verwirren.’ Kiona macht häufiger die Erfahrung, dass das Interesse für ausgefallene Teesorten auch ‘zu Hause’ zunimmt. Sie gibt gerne Hilfestellungen, damit ihre Kunden ein besseres Teeerlebnis genießen können. ‘Ich selbst wiege den Tee, den ich für eine Tasse verwende, auf einer kleinen Waage ab, die eine Genauigkeit bis zu 0,00001 Gramm besitzt. So weit muss der normale Teeliebhaber natürlich nicht gehen, aber es gibt einige Details, auf die man achten sollte: Kaufen Sie guten, losen Tee in kleinen Mengen. Wenn der Tee zu lange aufbewahrt wird, verliert er den Geschmack. Damit sich das Aroma aus den Teeblättern entfalten kann, brauchen diese Platz. Verwenden Sie daher besser keine Teebeutel, sondern lassen Sie den Tee lose durch einen Topf oder eine Tasse strömen. Gießen Sie ihn anschließend durch ein kleines Sieb in eine andere Tasse, um die Blätter aufzufangen. Im Allgemeinen gilt: je fester die Blattstruktur des Tees, desto höher darf die Temperatur des Wassers sein. Orientieren Sie sich aber vor allem an Ihrem eigenen Geschmack. Um einen milden Geschmack zu erzielen, werden eine geringere Temperatur und eine kürzere Zeit zum Ziehen benötigt.

Schwarzer Tee lässt sich hervorragend mit kochendem Wasser zubereiten, bei weißem Tee sollte die Temperatur zwischen 70 und 85 Grad betragen, und bei grünem Tee sind 70 - 90 Grad ideal, je nach Sorte. In jedem Fall sollte Wasser verwendet werden, das schon gekocht hat, um den Kalkgehalt des Wassers zu senken. Kalk kann den Charakter des Tees beeinflussen, sogar unterdrücken. Wie Kiona es schafft, ihre Wassertemperatur zu regulieren? ‘Man kann für alle Teesorten den Quooker verwenden. Oolong-Kugeln übergieße ich sofort mit Wasser aus dem Quooker. Sie möchten einen milden, weißen Tee servieren? Dann empfehle ich, zunächst einen kalten Teekessel mit Wasser aus dem Quooker zu füllen, anschließend das Wasser wieder in eine Tasse umschütten. Dank dieser zwei Schritte kühlt das Wasser schnell auf die geeignete Temperatur zur Bereitung eines weißen Tees ab, hat vorher aber gekocht. So machen die Bauern in den japanischen Bergen es auch.’

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